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FAQ 8: Welche Anforderungen hinsichtlich der Energieausweise stellt die EnEV an provisorische Gebäude?

Antwort:

Welche Anforderungen der EnEV zur Anwendung kommen, hängt von der Konstruktion (z. B. aus Raumzellen) und vor allem auch von der vorgesehenen Nutzung/Nutzungsdauer des Gebäudes ab.

Eine Ausnahme vom Geltungsbereich der EnEV und damit auch von der Ausweispflicht besteht nach § 1 Abs. 3 Nr. 6 EnEV 2013 "für Gebäude, die dazu bestimmt sind, wiederholt aufgestellt und zerlegt zu werden und provisorische Gebäude mit einer geplanten Nutzungsdauer von bis zu zwei Jahren". Das heißt, derartige Gebäude, deren geplante Nutzungsdauer zwei Jahre nicht übersteigt, sind vom Anwendungsbereich der EnEV ausgenommen (lediglich §§ 12 und 13 EnEV 2013 kommen zur Anwendung).

Auf Grund der Verordnung zum Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz wurde ein neuer § 25a in die EnEV eingefügt. Dieser weitet für provisorische Gebäude, die „dazu bestimmt sind, als Aufnahmeeinrichtungen nach § 44 des Asylgesetzes oder als Gemeinschaftsunterkünfte nach § 53 des Asylgesetzes zu dienen“, die maximale Nutzungsdauer der vorgenannten Ausnahme auf bis zu 5 Jahren aus. Diese Regelung gilt vorübergehend für Gebäude, die im Zeitraum vom 28. Oktober 2015 bis zum 31. Dezember 2018 errichtet werden. Auch hier besteht wegen der generellen Ausnahme keine Energieausweispflicht.

Darüber hinaus werden auf Gebäude, die - unabhängig von ihrer Zweckbestimmung - für eine Nutzungsdauer von höchstens fünf Jahren bestimmt sind und aus Raumzellen von jeweils bis zu 50 m² Nutzfläche zusammengesetzt sind, die Regelungen für kleine Gebäude nach § 8 EnEV 2013 angewandt. Es kommen anstelle einer Gesamtanforderung nur Anforderungen an Außenbauteile zur Anwendung (Einhaltung der Werte nach Anlage 3 der EnEV). Auf Grund von § 16 Abs. 5 Satz 1 EnEV 2013 ist für kleine Gebäude kein Energieausweis auszustellen.

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