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Amortisationszeit: Nach wie vielen Jahren rechnet sich die Maßnahme?

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Anhand der jährlichen Energieeinsparung, des Energiepreises und der energiebedingten Mehrkosten kann berechnet werden, wie lange es dauert, bis die Modernisierungskosten durch die Einsparungen wieder erwirtschaftet werden.

Die Amortisationszeit ist als Kriterium zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit einer Einzelmaßnahme geeignet. Eine wesentliche Voraussetzung ist, dass die Amortisationszeit kleiner als die technische Lebensdauer der Maßnahme ist. Die Amortisationszeit ist für den Vergleich von mehreren Investitionsalternativen (relative Wirtschaftlichkeit) nicht geeignet.

Die Amortisation kann sowohl statisch als auch dynamisch berechnet werden. Für die statische Berechnung werden neben den energiebedingten Mehrkosten und den jährlichen Energieeinsparungen noch Angaben zu den aktuellen Energiepreisen benötigt. Die so ermittelte (statische) Amortisation kann mit der üblichen Lebensdauer der untersuchten Maßnahmen verglichen werden. Alternativ kann auch ein Betrachtungszeitraum angegeben werden, in dem sich die Investitionen amortisieren sollen. Für die dynamische Berechnung sind zusätzlich noch der Kalkulationszins und die zukünftig erwartete Energiepreissteigerung festzulegen.

Eine ökonomische Vorteilhaftigkeit bzw. Wirtschaftlichkeit ist gegeben, wenn die Amortisationszeit kleiner ist als die Lebensdauer der Maßnahme (z.B. Amortisationszeit von 12 Jahren bei einer Lebensdauer von 15 Jahren). Liegt der Zeitpunkt der Amortisation deutlich vor dem Ende der Lebensdauer, wird während der verbleibenden Restnutzungsdauer ein zusätzlicher ökonomischer Vorteil realisiert.

Berechnung der statischen Amortisationszeit

  • Schritt 1 - Ermittlung der Endenergieeinsparung:

Die Ermittlung der Energieeinsparung ist unabhängig von der gewählten Methode der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Unter dem Menüpunkt Energieeinsparung sind unterschiedliche Berechnungsmöglichkeiten beschrieben. Als Ergebnis liegt ein Wert in Kilowattstunden pro Jahr (kWh/a) vor.

  • Schritt 2 - Ermittlung der (aktuellen) Energiekosteneinsparung pro Jahr:

Die Energiekosteneinsparung wird berechnet, indem die im 1. Schritt ermittelte Einsparung an Endenergie mit dem Preis pro Kilowattstunde Endenergie multipliziert wird. Dieser lässt sich für einzelne Endenergieträger oder als Mittelwert ermitteln. Bei leitungsgebundener Energie (z.B. Gas, Fernwärme, Nahwärme, Strom) sind Arbeits- und Leistungspreis zu berücksichtigen.

Für eine statische Ermittlung der jährlichen Kosten kann der aktuelle Energiepreis zugrunde gelegt werden. Die jährliche Kosteneinsparung beträgt damit:

Kosteneinsparung (/a) = Endenergieeinsparung (kWh/a) * Energiepreis (/kWh)

  • Schritt 3 - Ermittlung der Kosten für die Maßnahme(n):

Die Ermittlung der Modernisierungskosten ist unabhängig von der gewählten Methode der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Unter dem Menüpunkt Modernisierungskosten sind unterschiedliche Vorgehensweisen beschrieben. Kostenfunktionen für häufige Maßnahmen sind unter dem Menüpunkt Modernisierungsbeispiele zusammengestellt. Es ist zwischen den Vollkosten und den energiebedingten Mehrkosten einer Maßnahme zu unterscheiden. Zusätzlich ist ggf. zu ermitteln, ob und welche Kosten zusätzlich im Zusammenhang mit Bedienung, Inspektion, Wartung oder Instandsetzung, z. T. auch für Versicherungen auftreten.

  • Schritt 4 - Ermittlung der Amortisationszeit:

Die statische Amortisationszeit ergibt sich durch die Division der Kosten durch die jährliche Einsparung an Energiekosten. Es ergibt sich die statische Amortisationszeit in Jahren. Es wird empfohlen das Ergebnis auf ganze Zahlen zu runden. Die Ermittlung erfolgt mit folgender Formel:

Amortisationszeit (a) = Investitionskosten (€) / Kosteneinsparung (€/a)

  • Schritt 5 - Wahl der Vergleichsgröße:

Als Vergleichsgröße sollte die zu erwartende Lebensdauer (Nutzungsdauer) der geplanten Maßnahme herangezogen werden. Der Bauherr bzw. Energieberater kann sich hier an Normen, Literaturwerten oder an der eigenen Einschätzung orientieren. Angaben für häufige Maßnahmen können in der Tabelle unter dem Menüpunkt Technische Lebensdauer abgelesen werden.

  • Schritt 6 - Vergleich und Bewertung:

Die berechnete statische Amortisationszeit kann der geschätzten Lebensdauer (Nutzungsdauer) der Maßnahme gegenüber gestellt werden. Die Maßnahme ist wirtschaftlich, wenn die Lebensdauer die Amortisationszeit übersteigt. Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen zur EnEV zeigen, dass bereits kleine Änderungen bei den Kosten einer Maßnahme erhebliche Änderungen bei der Amortisationszeit verursachen. Seit der Novellierung 2009 werden deshalb so genannte Deckungsfehlbeträge von oft nur wenigen Euro ausgewiesen. Würden diese Beträge, z. B. als Förderbeitrag zugeschossen, dann ließe sich die Amortisationszeit so reduzieren, dass sie im akzeptablen Bereich liegt.

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