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Auslegung XX-5 zu § 3 Absatz 4 i. V. m. Anlage 1 Nummer 3 und § 4 Absatz 4 i. V. m. Anlage 2 Nummer 4 EnEV 2013 (Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz) sowie zu § 7 Absatz 1 EnEV 2013 (Mindestwärmeschutz)

Leitsatz:

Bei Berechnungen zur Bemessung des sommerlichen Wärmeschutzes ist zu beachten, dass die in Anlage 1 Nummer 3.1.1 EnEV 2013 in Bezug genommene Norm DIN 4108-2: 2013-02 den Geltungsbereich der dort gestellten Anforderungen im Wege einer engeren Begriffsbestimmung für „beheizte Räume“ eingrenzt und somit – wie früher in diesem Kontext – faktisch nur bei „Aufenthaltsräumen“ Anforderungen gestellt werden. Vergleichbares gilt auch für den Mindestwärmeschutz nach § 7 Absatz 1 EnEV 2013.


Frage:

Für welche Räume sind die Festlegungen in DIN 4108-2: 2013-02 für die Bemessung des sommerlichen Wärmeschutzes und des Mindestwärmeschutzes relevant?

Antwort:

  1. Die EnEV 2013 verweist hinsichtlich der Anforderungen und Berechnungen zum sommerlichen Wärmeschutz für Wohngebäude in Anlage 1 Nummer 3 auf DIN 4108-2: 2013-02; auf Nichtwohngebäude ist auf Grund von Anlage 2 Nummer 4 dieselbe Vorschrift entsprechend anzuwenden.
  2. Im Vorwort zu dieser technischen Regel ist folgender Zweck angegeben: „Durch Mindestanforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz nach Abschnitt 8 soll die sommerliche thermische Behaglichkeit in Aufenthaltsräumen sichergestellt und eine hohe Erwärmung der Aufenthaltsräume vermieden und der Energieeinsatz für Kühlung vermindert werden.“
  3. Im Abschnitt 1 dieser Norm wird diesem Ziel dadurch Rechnung getragen, dass ihr Geltungsbereich hinsichtlich des sommerlichen Wärmeschutz auf „beheizte Räume“ im Sinne der Definition Nummer 3.1.8 dieser Norm
    „Raum, beheizt - Raum, der bestimmungsgemäß dauernd (z. B. Wohnraum) oder gelegentlich (z. B. Hobbyraum, Gästezimmer) auf übliche Raumtemperatur ≥19 °C beheizt wird oder beheizbar ist, unabhängig davon, ob die tatsächliche Beheizung durch den Nutzer erfolgt oder nicht, dabei kann ein Raum direkt oder über Raumverbund beheizt sein“.
    beschränkt wird. Es ist davon auszugehend, dass eine bestimmungsgemäße Beheizung auf das genannte Temperaturniveau in der Regel nur bei typischen Aufenthaltsräumen gegeben ist.
  4. Im Einklang mit der Vorgehensweise nach DIN 4108-2: 2013-02 dürfen nach Anlage 1 Nummer 3.1.1 Satz 2 EnEV 2013 die Berechnungen – unabhängig von der hierfür ausgewählten Berechnungsalternative – auf Räume oder Raumbereiche begrenzt bleiben, für welche die Berechnungen zu den höchsten Anforderungen führen würden. Diese Räume werden auf Grund früherer Fassungen der DIN 4108-2 in der Fachliteratur auch als „kritische Räume“ bezeichnet. Um dem zitierten Zweck der DIN 4108-2 sowie der darauf verweisenden Vorschriften der EnEV 2013 gerecht zu werden, sind bei der Auswahl der „kritischen Räume“ ausschließlich beheizte Räume im Sinne der oben zitierten Definition Nummer 3.1.8 zu berücksichtigen.
  5. Hinsichtlich des Mindestwärmeschutzes verweist § 7 Absatz 1 EnEV 2013 auf „anerkannte Regeln der Technik“. Dass hiermit konkret DIN 4108-2: 2013-02 gemeint ist, kann auch aus der direkten Verweisung auf diese Norm in § 10 Absatz 3 EnEV 2013 hinsichtlich des Mindestwärmeschutzes auf ebendiese Normausgabe geschlossen werden. Die Mehrheit der Anforderungen in DIN 4108-2: 2013-02 zum Mindestwärmeschutz ist auf „beheizte Räume“ nach der Definition Nummer 3.1.8 bezogen.

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