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Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die aktuelle Energieeinsparverordnung ergibt sich im Wesentlichen aus der 2007 erlassenen Verordnung und den beiden Änderungsverordnungen von 2009 und 2013. Für neu zu errichtende Gebäude stellt sie Anforderungen an den Jahres-Primärenergiebedarf und die Qualität der Gebäudehülle; es wird zwischen Wohn- und Nichtwohngebäuden unterschieden. Für bestehende Gebäude werden Anforderungen im Wesentlichen aus Anlass von Veränderungen gestellt, die der Eigentümer vornimmt. Daneben gibt es in wenigen Fällen veränderungsunabhängige Nachrüstungsanforderungen. Ferner stellt die Verordnung Anforderungen an die Anlagentechnik (Heizung, Warmwasser, Lüftung, Klimatisierung) bei neuen und bestehenden Gebäuden. Für neue Gebäude und – anlassbezogen – für bestehende Gebäude ist die Ausstellung und die Vorlage von Energieausweisen Pflicht. Deren Qualität wird durch ein unabhängiges Kontrollsystem überwacht. In Immobilienanzeigen ist jetzt die Nennung bestimmter energetischer Eigenschaften der Gebäude erforderlich.

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Rechtsstand ab 1. Mai 2014

Die „Zweite Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung vom 18. November 2013“ trat am 1. Mai 2014 in Kraft. Gesondert davon trat die Verschärfung des Anforderungsniveaus für neue Gebäude erst zum 1. Januar 2016 in Kraft und wurde mit einer zeitgleichen Senkung des Primärenergiefaktors für elektrischen Strom verbunden. Den Stichtag für die Anwendung des jeweiligen Anforderungsniveaus bei Neubauten bestimmt in der Regel der Bauantrag.

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Gegenüber dem vorhergehenden Rechtsstand traten am 1. Mai 2014 insbesondere die folgenden Änderungen in Kraft:

Neubauten

  • Änderung der anzuwendenden Berechnungsnorm DIN V 18599; fortan ist die Version 2011 zu verwenden. Damit gehen veränderte Klimarandbedingungen und ein etwas abgesenkter Primärenergiefaktor für Strom einher.
  • Eine geänderte Berechnungsnorm gilt fortan auch für den sommerlichen Wärmeschutz.
  • Für neue Wohngebäude wird zwar die rechtliche Grundlage für ein vereinfachtes Verfahren („EnEV easy“) geschaffen, die dafür erforderliche Bekanntmachung der Bundesregierung wird aber erst am 21. Oktober 2016 auf Grundlage des zu diesem Zeitpunkt geltenden (verschärften) Anforderungsniveaus erlassen.

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Bestehende Gebäude

  • Bedingte Anforderungen gelten fortan (aus Gründen der Wirtschaftlichkeit) nicht bei Veränderungen an Dach-, Wand- und Deckenflächen, die unter Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften nach dem 31. Dezember 1983 errichtet oder erneuert worden sind.
  • Zu den bedingten Anforderungen besteht eine Öffnungsklausel, wonach die Anforderung erfüllt ist, sobald der für Dämmung verfügbare Raum mit Dämmstoff gefüllt ist. Fortan muss dabei der Dämmstoff einen dem Stand der Technik entsprechend verschärfter Wert der Wärmeleitfähigkeit einhalten.
  • Bestimmte Heizkessel sind fortan nach 30 Betriebsjahren außer Betrieb zu nehmen.

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Energieausweise

  • Für Energieausweise wird ein Kontrollsystem eingeführt; die Ausweise sind fortan zu registrieren und tragen eine Nummer. Entsprechendes gilt für die Inspektionsberichte für inspektionspflichtige Klimaanlagen.
  • In Umsetzung europäischer Vorgaben wird die Ausstellungs- und Aushangpflicht bei behördlicher Nutzung angepasst und – bei vorliegendem Ausweis – eine Aushangpflicht für bestimmte, von der Öffentlichkeit häufig besuchte Gebäude eingeführt.

>mehr zu Ausstellungspflichten für Energieausweise

Immobilienanzeigen

  • Bei Immobilienanzeigen in kommerziellen Medien wird eine Pflicht zur Nennung bestimmter energetischer Eigenschaften eingeführt, die aus Energieausweisen zu entnehmen sind.

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Rechtsstand ab 1. Januar 2016

Zum Stichtag 1. Januar 2016 traten folgende weitere Regelungen aus der Zweiten EnEV-Änderungsverordnung in Kraft:

Neubauten

  • Die Anforderungen an den Jahres-Primärenergiebedarf werden dadurch verschärft, dass ein Neubau fortan den für sein Referenzgebäude berechneten Wert um 25% unterschreiten muss.
  • Für elektrischen Strom wird fortan ein verringerter Primärenergiefaktor angewandt, was bei elektrischen Systemen die vorgenannte Verschärfung reduziert.
  • Der spezifische Transmissionswärmeverlust eines zu errichtenden Wohngebäudes darf den für sein Referenzgebäude berechneten Wert nicht überschreiten. Dies bedeutet in der Regel eine etwa 20%ige Verschärfung gegenüber dem vorigen Stand.
  • Die Höchstwerte der mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten eines zu errichtenden Nichtwohngebäudes werden gegenüber vorherigem Rechtsstand um 20% verschärft.

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Bestehende Gebäude

  • Besondere Regelungen in § 9 bewirken, dass bei Anbauten und Erweiterungen sowie bei der Bilanzierung von bestehenden Gebäuden (im Falle von Änderungen an Außenbauteilen) nicht die verschärften Neubauanforderungen, sondern vorheriges Recht zur Anwendung kommt.

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