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Energetische Anforderungen an Kellerdecken und andere untere Gebäudeabschlüsse

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Anforderungen an untere Gebäudeabschlüsse (Wände gegen Erdreich oder unbeheizte Räume, Decken gegen Erdreich oder Außenluft) werden in der EnEV nur gestellt, soweit diese von einer in Anlage 3 der Verordnung genannten Modernisierungsmaßnahme betroffen sind („bedingte Anforderungen“) oder zur Umfassungsfläche einer baulichen Erweiterung gehören (z. B. Grundfläche eines Anbaus). Die hier beschriebenen Anforderungen gelten für Wohngebäude und normal beheizte Zonen von Nichtwohngebäuden; bei Zonen von beizten Nichtwohngebäuden mit Soll-Innentemperaturen unter 19°C gelten andere – z. T. auch keine – Anforderungen.

Anlage 3 nennt für untere Gebäudeabschlüsse folgende Auslösetatbestände:

  • Ersatz oder erstmaliger Einbau von Wänden, die an Erdreich oder an unbeheizte Räume (mit Ausnahme von Dachräumen) grenzen, sowie von Decken, die beheizte Räume nach unten zum Erdreich oder zu unbeheizten Räumen abgrenzen; hier wird für die betroffenen Flächen ein U-Wert von 0,30 W/(m²·K) gefordert;
  • Anbringen von außenseitigen Bekleidungen oder Verschalungen, Feuchtigkeitssperren oder Drainagen bei unteren Gebäudeabschlüssen (hier insbesondere bei Wänden gegen Erdreich); hier wird für die betroffenen Flächen ein U-Wert von 0,30 W/(m²·K) gefordert;
  • Aufbau oder Erneuerung von Fußbodenaufbauten auf der beheizten Seite; hier wird für die betroffenen Flächen ein U-Wert von 0,50 W/(m²·K) gefordert;
  • Ersatz oder erstmaliger Einbau von Decken gegen Außenluft oder Anbringen von Deckenbekleidungen auf der Kaltseite solcher Decken; hier wird für die betroffenen Flächen ein U-Wert von 0,24 W/(m²·K) gefordert;

wenn mehr als 10 % der Flächen des unteren Gebäudeabschlusses eines Gebäudes (das ist die Summe aller Flächen von Wänden und Decken, die gegen Erdreich, nach unten gegen Außenluft oder gegen unbeheizte Räume mit Ausnahme von Dachräumen abgrenzen) davon betroffen sind. Weitere Voraussetzung bei allen Auslösetatbeständen ist, dass es sich bei diesen Flächen um Außenbauteile beheizter Räume handelt.

Von diesen Vorschriften ausgenommen sind Flächen des untern Gebäudeabschlusses, die nach dem 31. Dezember 1983 errichtet oder – unter Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften – erneuert worden sind. Hier geht der Verordnungsgeber vom Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung 82/84 aus:

Bei dem damit anzunehmenden Ausgangsniveau konnte in den Begleituntersuchungen die Wirtschaftlichkeit der Verbesserung auf die in Anlage 3 geforderten U-Werte nicht mehr generell nachgewiesen werden. Das bedeutet aber nicht, dass diese Wirtschaftlichkeit im konkreten Einzelfall verfehlt wird.

Ist bei den oben genannten Maßnahmen die Dämmschichtdicke (z. B. wegen notwendiger nicht ausreichender Raumhöhe oder wegen des Anschlusses an Treppen) aus technischen Gründen begrenzt, reicht es ersatzweise auch aus, wenn die höchstmögliche Dämmschichtdicke mit einem Dämmstoff eingebaut wird, der eine Wärmeleitfähigkeit von höchstens λ= 0,035 W/(m·K) (WLG 035) hat. Wird ein Dämmstoff aus nachwachsenden Rohstoffen gewählt oder die Dämmmaßnahme als Einblasdämmung ausgeführt, ist davon abweichend auch maximal WLG 045 zulässig.

Die Anforderungen gelten auch als erfüllt, wenn nach Änderung der Gebäudehülle die Anforderungen an ein gleichartiges neues Gebäude nach EnEV (Niveau 2014) um nicht mehr als 40% überschritten werden.