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Nachträgliche Dämmpflicht bei bestehenden obersten Geschossdecken

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§ 10 Absatz 3 EnEV sieht für bestimmte Fälle eine Pflicht zur nachträglichen Dämmung bislang ungedämmter oberster Geschossdecken vor. Im Regelfall war diese Nachrüstverpflichtung - auch unabhängig von Instandhaltungsmaßnahmen an der Decke - bis zum 31. Dezember 2015 umzusetzen.

Decken beheizter Räume zum unbeheizten Dachraum (oberste Geschossdecken) müssen nach dem 31. Dezember 2015 so gedämmt sein, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der obersten Geschossdecke 0,24 W/m²·K nicht überschreitet (§ 10 "Nachrüstung bei Anlagen und Gebäuden"). Dies gilt nicht, wenn anstelle der obersten Geschossdecke das darüber liegende Dach entsprechend gedämmt ist oder die bestehende Decke die Anforderung an den bauphysikalischen Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 einhält.

Aufgrund einer Verweisung in Anlage 3 EnEV gilt die Dämmpflicht bei Ausführung als Dämmung in Deckenzwischenräumen (z. B. bei Holzbalkendecken) auch als erfüllt, wenn Dämmschichtdicke mit einer Wärmeleitfähigkeit von höchsten 0,035 W/m*K eingebaut wird. Im Falle der Ausführung durch Einblasen von Dämmstoff oder unter Verwendung von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen beträgt der Höchstwert der Wärmeleitfähigkeit 0,045 W/m*K.

Ausnahmen von der Nachrüstverpflichtung gibt es für Eigentümer in selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern, bei denen wenigstens eine Wohnung am 1. Februar 2002 (Inkrafttreten der ersten EnEV) vom Eigentümer selbst genutzt war. Hier greifen die Anforderungen erst bei einem Eigentümerwechsel mit einer Frist von zwei Jahren, oder bei baulichen Änderungen an der Geschossdecke oder am Dach.

Zu den Anforderungen des § 10 EnEV ist in § 10 Absatz 5 eine besondere Befreiungsregelung gegeben, die – anders als bei anderen Anforderungen – von der Einbindung von Behörden absieht.