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Bekanntmachung zum Modellgebäudeverfahren

Bereits in § 3 Absatz 5 der aufgehobenen Energieeinsparverordnung (EnEV) war für Wohngebäude ein Modellgebäudeverfahren vorgesehen. Auf Grund der rechtlichen Konstruktion als "Vermutungsregelung" musste dieses Verfahren aber so gestaltet werden, dass die danach errichteten Gebäude stets die Anforderungen des Hauptverfahrens einhielten; damit ergaben sich zwangsläufig in den meisten Fällen strengere Anforderungen. In § 31 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) wird das Modellgebäudeverfahren zum eigenständigen zweiten Nachweisverfahren weiterentwickelt. Damit muss das Verfahren jetzt nicht mehr zwangsläufig zu strengeren Anforderungen führen und wird attraktiver.

Funktionsweise des Modellgebäudeverfahrens

In Anlage 5 GEG werden für das Modellgebäudeverfahren beschrieben

  • die Voraussetzungen für die Anwendung des Verfahrens
    Wäre das Verfahren ohne Einschränkung auf alle Wohngebäude anwendbar, so müssten für die Gebäude mit günstiger energetischer Konfiguration dieselben strengen Anforderungen gelten, wie für die Gebäude mit ungünstiger Konfiguration. Deshalb muss der Anwendungsbereich zwangsläufig eingeschränkt werden.
  • eine Auswahl von Anlagentechniken, die die Anforderungen des Gesetzes erfüllen und in der Praxis verbreitet sind.
    Es ist zulässig, energetisch bessere Komponenten einzusetzen als beschrieben.
  • eine Tabelle mit Wärmeschutzklassen
    Es ist zulässig, den Wärmeschutz besser auszuführen als in der jeweiligen Klasse vorgesehen.
  • ein Tabellensatz mit Kombinationen von Anlagentechniken und Wärmeschutzklassen, die die Anforderungen dieses Verfahrens erfüllen
    Die Tabellen sind differenziert nach der Gebäudegröße (Bruttogrundfläche, da sich die Gebäudenutzfläche als abgeleitete Größe errechnet) und Anbaugrad (freistehend, einseitig oder zweiseitig angebaut).

Bekanntmachung

Da allerdings für Gebäude, die nach diesem Verfahren errichtet werden, keine Berechnungen durchgeführt werden, müssen die Inhalte der Ausweise differenziert in einer entsprechenden Bekanntmachung der zuständigen Bundesministerien geregelt werden.

Jede nach Größe, Anbaugrad und Anlagentechnik differenzierte Gruppe von Gebäuden wird durch ein so genanntes Modellgebäude repräsentiert. Auf Grund der Untersuchungen, die zur Vorbereitung durchgeführt wurden (siehe unten), weichen energetischen Eigenschaften der tatsächlichen Gebäude jeder Gruppe nur in vertretbar geringem Maße von denen des Modellgebäudes ab. Daher können mit hinreichender Genauigkeit die Eigenschaften des Modellgebäudes für die Energieausweise der von ihm repräsentierten Gruppe verwendet werden.

Die diesbezügliche gemeinsame Bekanntmachung der zuständigen Ministerien (des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat) wurde am 20. Januar 2021 im Bundesanzeiger verkündet.

Erstellung von Energieausweisen nach dem Modellgebäudeverfahren mit der BBSR-Druckapplikation

Energiebedarfsausweise für Wohngebäude, die im Modellgebäudeverfahren nach § 31 GEG errichtet worden sind, lassen sich autark mit der BBSR-Druckapplikation erstellen. Die Inhalte der Bekanntmachung sind dort technisch hinterlegt. Die Eingabe von Bruttogrundfläche, Anbaugrad und Ausführungsvariante des Gebäudes durch den Aussteller bestimmt die Angaben im Energieausweis.
>mehr zur BBSR-Druckapplikation

Begleitforschung

Erarbeitung von Grundlagen zur Fortschreibung des Modellgebäudeverfahrens "EnEV easy" für Wohngebäude (Los 1 und 2)
Projektlaufzeit Lose 1 und 2: Februar 2018 – November 2018
Projektlaufzeit Los 3: Projekt kurz vor Abschluss.

Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens wurde das Verfahren „EnEV easy“ in drei Schritten für dessen Fortschreibung sowie für dessen Aufnahme in den Entwurf für ein Gebäudeenergiegesetz vorbereitet.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes war das Institut für Gebäudeenergetik, Thermotechnik und Energiespeicherung (IGTE) der Universität Stuttgart.
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