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Fernwärme, Fernkälte

In § 44 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) wird eine Regelung des aufgehobenen Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) mit ergänzenden Maßgaben fortgeführt, wonach als Ersatzmaßnahme für die Erfüllungsoptionen zur Nutzung erneuerbarer Energien auch die Nutzung von Fernwärme oder Fernkälte bestimmter Qualität in Betracht kommt. Die Vorschrift bezieht sich auf Wärme und Kälte aus Netzen, deren Wärme zu einem wesentlichen Teil aus erneuerbaren Energien oder mindestens zu 50 % aus Abwärme, zu 50 % aus KWK-Anlagen oder zu 50 % aus einer Mischung der drei genannten Quellen stammt. Der erforderliche Anteil ergibt sich aus der Art der jeweils eingesetzten Wärmequelle.

Erforderlicher Anteil

Der für die Erfüllung der Quote erforderliche Anteil am Wärme- und Kälteenergiebedarf richtet sich bei der Nutzung von Fernwärme und Fernkälte nach der Art der jeweils zu den vorgegebenen Mindestanteilen genutzten Energiequelle. Es wird nur der Anteil der bezogenen Wärme angerechnet, der rechnerisch aus den begünstigten Quellen (erneuerbare Energien, Abwärme, Kraft-Wärme-Kopplung) stammt.

Beispiel: Liefert ein Wärmeversorger Fernwärme, die zu 70 % aus Kraft-Wärme-Kopplung, aber zu 30 % aus einem fossil betriebenen Heizwerk stammt, so ist diese Wärme nur zu 70 % bei der Ermittlung des vorgegebenen Anteils am Wärme- und Kälteenergiebedarf anrechenbar.

Wärme- und Kälteenergiebedarf ist dabei nach der Definition in § 3 Absatz 1 Nummer 31 GEG die Summe

  • der zur Deckung des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasserbereitung jährlich benötigten Wärmemenge, einschließlich des thermischen Aufwands für Übergabe, Verteilung und Speicherung der Energiemenge und
  • der zur Deckung des Kältebedarfs für Raumkühlung jährlich benötigten Kältemenge, einschließlich des thermischen Aufwands für Übergabe, Verteilung und Speicherung der Energiemenge.

Folgende Anteile sind jeweils mindestens zu erreichen, wenn Fernwärme oder -kälte als Ersatzmaßnahme angerechnet werden soll:

Zur Erzeugung im Netz verwendete EnergiequelleErforderlicher Mindestanteil an der Erzeugung im NetzErforderlicher Anteil am Wärme-
und Kälteenergiebedarf des Gebäudes
Fernwärme / Fernkälte aus erneuerbaren Energien
Solarthermiewesentlich15 %
Geothermie, Umweltwärme, Umweltkältewesentlich50 %
Feste Biomasse wesentlich50 %
Flüssige Biomassewesentlich50 %
Gasförmige Biomasse hocheffizienten KWK-Anlagenwesentlich30 %
Gasförmige Biomasse genutzt in Brennwertkesselwesentlich50 %
Fernwärme und Fernkälte aus Ersatzmaßnahmen
Ersatzmaßnahme Abwärme50 %50 %

Ersatzmaßnahme Kraft-Wärme-Kopplung

- im Falle von Brennstoffzellen

50 %

50 %

40 %

Auch wenn der unbestimmte Rechtsbegriff "wesentlich" mit keiner konkreten Prozentzahl verknüpft werden kann, so ist doch davon auszugehen, dass ein "wesentlicher Anteil" so bedeutend sein muss, dass er das "Wesen" der gelieferten Wärme / Kälte nachhaltig beeinflusst. Das Gesetz enthält keine Vorgaben für den Nachweis der Qualität gelieferter Fernwärme und Fernkälte.

Technologische Vorgaben

Die technologischen Bedingungen, die bezüglich der jeweiligen Energiequellen bei der gebäudeinternen Nutzung in den §§ 35 und 37 bis 43 GEG vorgegeben sind, gelten entsprechend auch für die Wärmelieferung aus Wärmenetzen.

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