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Kälte aus erneuerbaren Energien

Die Erfüllungsoption "Kälte aus erneuerbaren Energien" war in vergleichbarer Form bereits im aufgehobenen Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) enthalten und wird in vergleichbarer Form in § 41 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) fortgeführt. Diese Erfüllungsoption bezieht sich auf die direkte Kälteentnahme aus dem Erdboden oder aus Grund- oder Oberflächenwasser und auf die thermische Kälteerzeugung aus erneuerbaren Energien; die Kälte muss zur Deckung des Kältebedarfs für Raumkühlung genutzt werden. Der erforderliche Anteil ergibt sich aus der Art der jeweils eingesetzten erneuerbaren Energie.

Erforderlicher Anteil

Der erforderliche Anteil am Wärme- und Kälteenergiebedarf richtet sich bei der Nutzung von Kälte aus erneuerbaren Energien nach der Art der jeweils genutzten erneuerbaren Energie. Die anrechenbare Kältemenge umfasst die für Raumkühlung nutzbar gemachte Kälte aus erneuerbaren Energien, nicht die zum Antrieb thermischer Kälteerzeugungsanlagen genutzte Wärme.

Wärme- und Kälteenergiebedarf ist dabei nach der Definition in § 3 Absatz 1 Nummer 31 GEG die Summe

  • der zur Deckung des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasserbereitung jährlich benötigten Wärmemenge, einschließlich des thermischen Aufwands für Übergabe, Verteilung und Speicherung der Energiemenge und
  • der zur Deckung des Kältebedarfs für Raumkühlung jährlich benötigten Kältemenge, einschließlich des thermischen Aufwands für Übergabe, Verteilung und Speicherung der Energiemenge.

Folgende Anteile sind jeweils mindestens zu erreichen:

Zur Kälteerzeugung verwendete erneuerbare EnergieErforderlicher Anteil am Wärme- und Kälteenergiebedarf
Solarthermie (thermische Kälteerzeugung)15 %
Strom aus erneuerbaren Energien15 %
Geothermie, Umweltwärme (thermische Kälteerzeugung), Umweltkälte50 %
Feste Biomasse (thermische Kälteerzeugung)50 %
Flüssige Biomasse (thermische Kälteerzeugung)50 %
Gasförmige Biomasse (thermische Kälteerzeugung)30 %
Ersatzmaßnahme Abwärme (thermische Kälteerzeugung)50 %
Ersatzmaßnahme Kraft-Wärme-Kopplung (thermische Kälteerzeugung)50 %

Technologische Vorgaben

Wenn im Gebäude Kälte aus erneuerbaren Energien zur Raumkühlung genutzt wird, muss der Endenergieverbrauch für die Erzeugung der Kälte, für die Rückkühlung und für die Kälteverteilung nach der jeweils besten verfügbaren Technik gesenkt werden. Die technischen Anforderungen, die bei der Verwendung der jeweiligen erneuerbaren Energie für die Wärmeerzeugung gelten, sind entsprechend anzuwenden, solange in dem jeweiligen Bereich kein Durchführungsrechtsakt nach der Europäischen Ökodesign-Richtlinie erlassen worden ist.

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