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Solarthermie

Die Erfüllungsoption "Nutzung solarthermischer Anlagen" in § 35 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) war bereits in vergleichbarer Form im aufgehobenen Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) enthalten. Diese Erfüllungsoption beschreibt primär die Deckung des Bedarfs an Wärme für Heizung und Warmwasser durch solarthermische Anlagen. Lösungen, bei denen die solarthermische Anlage Wärme zur Kälteerzeugung bereitstellt, sind durch eine andere Vorschrift (§ 41 GEG) erfasst.

Erforderlicher Anteil

Die solarthermische Anlage muss, wenn sie allein zur Erfüllung der Nutzungspflicht eines Neubaus dienen soll, wenigsten 15 % des aufsummierten Wärme- und Kälteenergiebedarfs des Gebäudes decken. Wärme- und Kälteenergiebedarf ist dabei nach der Definition in § 3 Absatz 1 Nummer 31 GEG die Summe

  • der zur Deckung des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasserbereitung jährlich benötigten Wärmemenge, einschließlich des thermischen Aufwands für Übergabe, Verteilung und Speicherung der Energiemenge und
  • der zur Deckung des Kältebedarfs für Raumkühlung jährlich benötigten Kältemenge, einschließlich des thermischen Aufwands für Übergabe, Verteilung und Speicherung der Energiemenge.

Der Aufwand für Speicherung und Verteilung der Wärme oder des Warmwassers ist demnach nicht dem solaren Wärmeerzeuger zuzurechnen, sondern dem insgesamt von allen Erzeugern zu deckenden Wärmebedarf des Gebäudes.

Vereinfachung für Wohngebäude

Wie schon Nummer I der Anlage zum aufgehobenen EEWärmeG enthält auch § 35 GEG für Wohngebäude eine vereinfachte, auf die Größe der Kollektorfläche in Relation zur Gebäudegröße abstellende Fiktion. Diese ist wertmäßig dieselbe wie nach vorheriger Rechtslage:

Die Anforderung bezüglich des erforderlichen Mindestanteils erneuerbarer Energien gilt als erfüllt

  • bei Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen, wenn je Quadratmeter Nutzfläche des Gebäudes solarthermische Anlagen mit mindestens 0,04 m² Aperturfläche installiert werden und
  • bei Wohngebäude mit mehr als zwei Wohnungen, wenn je Quadratmeter Nutzfläche des Gebäudes solarthermische Anlagen mit mindestens 0,03 m² Aperturfläche installiert werden.

Die Art des Kollektors und die sonstige Konzeption der Anlage sind dabei unerheblich.

Zertifizierung

Wie nach früherer Rechtslage sollen auch nach § 35 GEG die solarthermischen Anlagen grundsätzlich mit dem europäischen Prüfzeichen "Solar Keymark" gekennzeichnet sein. Allerdings sind seit Erlass des aufgehobenen EEWärmeG Durchführungsrechtsakte nach der Ökodesign-Richtlinie in Kraft getreten, die einen Teil der hier in Rede stehenden Anlagen erfassen und Grundlage für deren CE-Kennzeichnung sind. § 35 Absatz 3 stellt solarthermische Anlagen, die verpflichtend ein CE-Zeichen nach der Ökodesign-Richtlinie tragen müssen, von der Pflicht zur Zertifizierung nach "Solar Keymark"-Programmregeln frei. Durch die Formulierung "solange und soweit" sind auch künftige Erweiterungen der Geltungsbereiche von Durchführungsrechtsakten erfasst.

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