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Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien

Gegenüber der Rechtslage nach dem aufgehobenen Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) wurde in § 36 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) die Nutzungsoption "Strom aus erneuerbaren Energien" ergänzt. Damit wird ein früher bestehender Wertungsunterschied beseitigt: Nach alter Rechtslage war einerseits nach der aufgehobenen Energieeinsparverordnung (EnEV) die Berücksichtigung von örtlich aus erneuerbaren Quellen erzeugtem und im Gebäude zur Deckung des Wärme- und Kälteenergiebedarfs eingesetztem Strom in der Bilanz zulässig, andererseits jedoch war dessen Anrechnung zur Erfüllung der Nutzungspflicht nach dem aufgehobenen EEWärmeG nicht vorgesehen.

Voraussetzung für die Anrechnung von Strom zur Erfüllung der Nutzungspflicht

Für die Anrechnung von Strom als Erfüllung der Nutzungspflicht gelten dieselben Grundvoraussetzungen, die nach § 23 Absatz 1 GEG auch für die Anrechnung erneuerbar erzeugten Stroms bei der Ermittlung des Jahres-Primärenergiebedarf gelten:

  • Der Strom muss in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang zu dem Gebäude aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden und
  • vorrangig in dem Gebäude genutzt werden (unmittelbar nach Erzeugung oder nach vorübergehender Speicherung), und nur die überschüssige Strommenge darf in das öffentliche Netz eingespeist werden.

>mehr über die Anrechnung erneuerbar erzeugten Stroms bei der Bilanzierung.

Strom aus erneuerbaren Energien ist demzufolge von der Anrechnung ausgeschlossen, wenn er über das öffentliche Netz bezogen wird. Als "erneuerbare Energien" kommen grundsätzlich alle in § 3 Absatz 2 definierten erneuerbaren Quellen in Betracht, die zur Stromerzeugung geeignet sind; eine praktische Rolle spielt neben photovoltaisch erzeugtem Strom aber nur Strom aus örtlichen Kleinwindanlagen.

Erforderlicher Anteil

Örtlich aus erneuerbaren Energien erzeugter Strom muss wenigsten 15 % des aufsummierten Wärme- und Kälteenergiebedarfs des Gebäudes decken, wenn er allein zur Erfüllung der Nutzungspflicht eines Neubaus dienen soll. Wärme- und Kälteenergiebedarf ist dabei nach der Definition in § 3 Absatz 1 Nummer 31 GEG die Summe

  • der zur Deckung des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasserbereitung jährlich benötigten Wärmemenge, einschließlich des thermischen Aufwands für Übergabe, Verteilung und Speicherung der Energiemenge und
  • der zur Deckung des Kältebedarfs für Raumkühlung jährlich benötigten Kältemenge, einschließlich des thermischen Aufwands für Übergabe, Verteilung und Speicherung der Energiemenge.

Vereinfachung für Wohngebäude

Wie § 35 GEG (Nutzung solarthermischer Anlagen) enthält auch die Regelung für Strom aus erneuerbaren Energien in § 36 GEG für Wohngebäude eine vereinfachte, auf die Größe der eingesetzten Anlage in Relation zur Gebäudegröße (Gebäudenutzfläche) abstellende Fiktion, hier jedoch mit Berücksichtigung der im Geschosswohnungsbau relativ zur Nutzfläche geringeren verfügbaren Dachfläche.

Eine solche Vereinfachung gibt es aber ausschließlich für die am weitesten verbreitete Form der erneuerbaren Stromerzeugung, die Photovoltaik. Die installierte Nennleistung muss mindestens Pnenn,min betragen:

Formel FormelQuelle: BBSR

Dabei bedeuten

AN
Gebäudenutzfläche des Wohngebäudes,
GDIN
Anzahl der beheizten oder gekühlten Geschosse nach DIN V 18599-1: 2018-09 des Wohngebäudes.

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