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Amortisationszeit: dynamische Berechnung

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  • Schritt 1 - Ermittlung der Endenergieeinsparung:
    Die Ermittlung der durch die geplante Maßnahme voraussichtlich eintretenden Energieeinsparung ist unabhängig von der gewählten Methode der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Unter dem Menüpunkt Energieeinsparung sind unterschiedliche Berechnungsmöglichkeiten beschrieben. Als Ergebnis liegt ein Wert für die prognostizierte Energieeinsparung in Kilowattstunden pro Jahr (kWh/a) vor.
  • Schritt 2 - Ermittlung der Einsparung an Energiekosten pro Jahr:
    Die Energiekosteneinsparung wird berechnet, indem die im 1. Schritt ermittelte Einsparung an Endenergie mit dem Preis pro Kilowattstunde Endenergie multipliziert wird. Dieser lässt sich für einzelne Endenergieträger oder als Mittelwert ermitteln. Bei leitungsgebundener Energie (z.B. Gas, Fernwärme, Nahwärme, Strom) sind Arbeits- und Leistungspreis zu berücksichtigen.
    Für die Ermittlung der eingesparten Kosten im ersten Jahr kann der aktuelle Energiepreis zugrunde gelegt werden. Die Kosteneinsparung im ersten Jahr beträgt damit:
    Kosteneinsparung im ersten Jahr [€/a] = Endenergieeinsparung [kWh/a] • aktueller Energiepreis [€/kWh]
    Für die Kosteneinsparungen in den folgenden Jahren (der weiteren Perioden) ist der Energiepreis der Vorperiode mit einer angenommenen bzw. über Konventionen vorgegebenen jährlichen Preissteigerung für Energie zu multiplizieren:
    Kosteneinsparung in Periode t [€/a] = Endenergieeinsparung [kWh/a] • aktueller Energiepreis [€/kWh] • (1+ Pe / 100)t
    mit
    Pe = jährliche Preissteigerung der Energie in %
  • Schritt 3 - Ermittlung der Kosten für die Maßnahme(n):
    Die Ermittlung der Modernisierungskosten ist unabhängig von der gewählten Methode der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Unter dem Menüpunkt Modernisierungskosten sind unterschiedliche Vorgehensweisen beschrieben. Kostenfunktionen für häufige Maßnahmen sind unter dem Menüpunkt Modernisierungsbeispiele zusammengestellt. Es ist zwischen den Vollkosten und den energiebedingten Mehrkosten einer Maßnahme zu unterscheiden. Zusätzlich ist ggf. zu ermitteln, ob und welche Kosten zusätzlich im Zusammenhang mit Bedienung, Inspektion, Wartung oder Instandsetzung, z. T. auch für Versicherungen auftreten.
  • Schritt 4 - Ermittlung der Amortisationszeit:
    Die Berechnung der dynamischen Amortisationszeiten berücksichtigt im Gegensatz zur statischen Amortisationszeit die zukünftigen Energiepreissteigerungen und die Kapitalverzinsung. Zur Berechnung der dynamischen Amortisationszeit werden die auf die Anfangsperiode abgezinsten zukünftigen Energiekosteneinsparungen (abzüglich zusätzlicher Ausgaben, wie z.B. erhöhter Betriebskosten, Zinsen…) bis zu der Periode kumuliert, in der die Rückflüsse gleich oder größer sind als die Kosten der Maßnahme. Es wird empfohlen, das Ergebnis auf ganze Zahlen zu runden. Die dynamisch ermittelte Amortisationszeit ist i.d.R. länger als das Ergebnis einer statischen Berechnung im selben Falle.
    Für die Berechnung kann folgende Formel verwendet werden:

    Formel für die dynamische Amortisationszeit [a] Dynamische Amortisationszeit


    mit
    tdyn = dynamische Amortisationszeit [a]
    j = statische Amortisationszeit [a] (Investitionskosten [€] / Kosteneinsparung der ersten Periode [€/a)]
    i = 1 + Pe / 100
    Pe = jährliche Preissteigerung der Energie [%]
    q = 1 + p / 100
    p = Kalkulationszinssatz [%]
  • Schritt 5 - Wahl der Vergleichsgröße:
    Als Vergleichsgröße zur Beurteilung der dynamischen Amortisation sollte die zu erwartende Lebensdauer (Nutzungsdauer) der geplanten Maßnahme herangezogen werden. Der Bauherr bzw. Energieberater kann sich hier an Normen, Literaturwerten oder an der eigenen Einschätzung orientieren. Angaben für häufige Maßnahmen können in der Tabelle unter dem Menüpunkt Technische Lebensdauer abgelesen werden. Alternativ kann ein Zeitraum vorgegeben werden, innerhalb dessen sich die Maßnahme amortisieren soll.
  • Schritt 6 - Vergleich und Bewertung:
    Die berechnete dynamische Amortisationszeit kann der geschätzten Lebensdauer (Nutzungsdauer) der Maßnahme oder einem extern vorgegebenen Zeitraum gegenüber gestellt werden. Die Maßnahme ist wirtschaftlich, wenn die Lebensdauer die Amortisationszeit übersteigt bzw. die Maßnahme sich innerhalb des vorgegebenen Zeitraums amortisiert. Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen zur EnEV zeigen, dass bereits kleine Änderungen bei den Kosten einer Maßnahme erhebliche Änderungen bei der Amortisationszeit verursachen können.
    Seit der Novellierung 2009 werden bei Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen so genannte Deckungsfehlbeträge ausgewiesen. Würden diese Beträge in Höhe von oft nur wenigen Euro, z. B. als Förderbeitrag zugeschossen, dann ließe sich die Amortisationszeit so reduzieren, dass sie im akzeptablen Bereich liegt.

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