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Energetische Anforderungen an bestehende Außenwände

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Anforderungen an bestehende Außenwände werden in der EnEV nur gestellt, soweit diese von einer in Anlage 3 der Verordnung genannten Modernisierungsmaßnahme betroffen sind („bedingte Anforderungen“) oder zur Umfassungsfläche einer baulichen Erweiterung gehören (z. B. vorhandene Giebel-wand beim Dachausbau).

Anlage 3 nennt für Außenwände folgende Auslösetatbestände:

  • Ersatz oder erstmaliger Einbau einer Außenwand,
  • Anbringen von Bekleidungen in Form von Platten oder plattenartigen Bauteilen oder Verschalungen sowie Mauerwerksvorsatzschalen auf der Außenseite und
  • Erneuerung (also Entfernen und Neuaufbringen) von Außenputz,

wenn mehr als 10 % der Außenwände eines Gebäudes davon betroffen sind. Die geltende EnEV 2013 fordert für die betroffenen Außenwandflächen nach diesen Modernisierungsmaßnahmen einen U-Wert von 0,24 W/m²K. Die Anforderungen gelten auch als erfüllt, wenn nach Änderung der Gebäudehülle die Anforderungen an ein gleichartiges neues Gebäude nach EnEV (Niveau 2014) um nicht mehr als 40% überschritten werden.

Von diesen Vorschriften ausgenommen sind Außenwände, die nach dem 31. Dezember 1983 errichtet oder - unter Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften - erneuert worden sind. . Hier geht der Verordnungsgeber vom Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung 82/84 aus: Bei dem damit anzunehmenden Ausgangsniveau konnte in den Begleituntersuchungen die Wirtschaftlichkeit der Verbesserung auf einen U-Wert von 0,24 W/(m²·K) nicht mehr generell nachgewiesen werden. Das bedeutet aber nicht, dass diese Wirtschaftlichkeit im konkreten Einzelfall verfehlt wird.

Ist die mögliche Dämmschichtdicke aus technischen Gründen begrenzt (z. B. wegen notwendiger Anschlüsse an andere Bauteile), muss die nach anerkannten Regeln der Technik höchstmögliche Dämmschichtdicke mit einem Dämmstoff ausgeführt werden, der eine Wärmeleitfähigkeit von höchstens λ= 0,035 W/(m²·K) (WLG 035) hat. Wird ein Dämmstoff aus nachwachsenden Rohstoffen gewählt oder die Dämmmaßnahme als Einblasdämmung ausgeführt, ist davon abweichend auch maximal WLG 045 zulässig.

Seit Inkrafttreten der geltenden EnEV zählen Maßnahmen auf der Innenseite von Außenwänden sowie Modernisierungsmaßnahmen, die ausschließlich den Einbau einer Dämmung bei einer Außenwand umfassen, nicht mehr zu den Auslösetatbeständen für bedingte Anforderungen nach Anlage 3. Auch beim Anbringen eines Wärmedämmverbundsystems werden keine Anforderungen an den resultierenden U-Wert gestellt, solange die Maßnahme nicht mit dem Anbringen von Bekleidungen, Verschalungen oder Mauerwerksvorsatzschalen verbunden ist oder der Erneuerung eines Außenputzes dient.

Der Verordnungsgeber begründete den vorgenannten Verzicht auf Anforderungen damit, dass Investoren, die freiwillig sinnvolle Wärmedämmmaßnahmen durchführen wollen, davon nicht durch – im Einzelfall möglicherweise zu ambitionierte – Anforderungswerte abgehalten werden sollen.

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