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Energetische Anforderungen an Fenster und andere transparente Bauteile

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Anforderungen an Fenster bestehender Gebäude werden in der EnEV nur gestellt, soweit diese von einer in Anlage 3 der Verordnung genannten Modernisierungsmaßnahme betroffen sind („bedingte Anforderungen“) oder zur Umfassungsfläche einer baulichen Erweiterung gehören (z. B. Dachfenster beim Dachausbau).

Anlage 3 nennt für Fenster, Fenstertüren, Verglasungen und Glasdächer folgende Auslösetatbestände:

  1. Ersatz oder erstmaliger Einbau von kompletten Fenstern oder Fenstertüren; hier wird für die betroffenen Fenster ein maximaler U-Wert (UW) von 1,3 W/(m²·K) gefordert;
  2. Einbau von zusätzlichen Vor- oder Innenfenster bei Fenstern; hier wird für die betroffenen Fenster ein maximaler U-Wert (UW) von 1,3 W/(m²·K) gefordert;
  3. Ersatz oder erstmaliger Einbau von kompletten Dachflächenfenstern; hier wird für die betroffenen Dachflächenfenster ein maximaler U-Wert (UW) von 1,4 W/(m²·K) gefordert;
  4. Ersatz oder erstmaliger Einbau von Glasdächern; hier wird für die betroffenen Glasdach-Flächen ein maximaler U-Wert von 2,0 W/(m²·K) gefordert;
  5. Ersatz von Verglasungen oder verglasten Flügelrahmen; hier wird für die Verglasung ein maximaler U-Wert (Ug) von 1,1 W/(m²·K) gefordert;

wenn mehr als 10 % der Fensterflächen eines Gebäudes (einschließlich der Flächen von Fenstertüren, Dachflächenfenster und Glasdächer) davon betroffen sind. Weitere Voraussetzung bei allen genannten Auslösetatbeständen ist, dass es sich bei diesen Flächen um Außenbauteile beheizter Räume handelt.

Die angegebenen maximalen U-Werte gelten für Wohngebäude und Zonen von Nichtwohngebäuden mit Soll-Innentemperaturen im Heizfall von 19°C oder mehr. Für niedrigere Soll-Innentemperaturen bei Nichtwohngebäuden gelten höhere Grenzwerte (siehe Anlage 3 Nummer 7 EnEV).

Zu den vorgenannten Anforderungen gibt es eine Reihe von wirtschaftlich begründeten Sonderregelungen:

  • Werden bei Kastenfenstern Verglasungen oder verglaste Flügelrahmen ersetzt, gilt die Anforderung nach Nummer 5 als erfüllt, wenn eine Glastafel mit einer maximalen Emissivität ≤ 0,2 eingebaut wird;
  • Werden Fenstertüren mit Klapp-, Falt-, Schiebe- oder Hebemechanismus ersetzt oder erstmalig eingebaut, wird für die betroffenen Fenstertüren ein maximaler U-Wert (UW) von 1,6 W/(m²·K) gefordert.
  • Finden bei den oben unter den Nummern 1 bis 4 genannten Maßnahmen Sonderverglasungen zum Schall- oder Brandschutz oder Verglasungen mit Durchschuss-, Durchbruch- oder Sprengwirkungshemmung (Definition siehe Anlage 3 Nummer 2 EnEV) Verwendung, so gilt ein maximaler U-Wert (UW) von 2,0 W/(m²·K); bei Maßnahmen nach Nummer 5 mit Sonderverglasungen gilt für diese ein maximaler U-Wert (Ug) von 1,6 W/(m²·K).

Nicht zu den Fensterflächen zählen die Flächen von Haustüren und Vorhangfassaden; für den Ersatz von Haustüren sowie den Ersatz oder erstmaligen Einbau von Vorhangfassaden gelten jeweils eigene Schwellenwerte und spezielle Anforderungen.
Die Anforderungen gelten auch als erfüllt, wenn nach Änderung der Gebäudehülle die Anforderungen an ein gleichartiges neues Gebäude nach EnEV (Niveau 2014) um nicht mehr als 40% überschritten werden.

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