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Energetische Anforderungen an bestehende Dächer sowie Decken und Wände beheizter Räume zu unbeheizten Dachräumen

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Anforderungen an bestehende Dachflächen werden in der EnEV nur gestellt, soweit diese von einer in Anlage 3 der Verordnung genannten Modernisierungsmaßnahme betroffen sind („bedingte Anforderungen“) oder zur Umfassungsfläche einer baulichen Erweiterung gehören (z. B. vorhandene Dachflächen beim Dachausbau).

Anlage 3 nennt für Dachflächen sowie Decken und Wände gegen unbeheizte Dachräume folgende Auslösetatbestände:

  • Ersatz oder erstmaliger Einbau von Dachflächen (einschließlich Dachgauben), die beheizte Räume gegen Außenluft abgrenzen, sowie von Decken und Wänden, die beheizte Räume gegen unbeheizte Dachräume abgrenzen; hier wird für die betroffenen Flächen ein U-Wert von 0,24 W/(m²·K) gefordert;
  • Ersatz der Dachhaut bei Dachflächen mit Abdichtung (also Dachflächen von beheizten Räumen in typischer Flachdachbauweise) durch eine neue Schicht gleicher Funktion; hier wird für die betroffenen Flächen ein U-Wert von 0,20 W/(m²·K) gefordert;
  • Ersatz oder Neuaufbau der Dacheindeckung sonstiger Dachflächen beheizter Räume (also typischer Steildachkonstruktionen mit Ziegeln oder Betondachsteinen als „Dachhaut“ sowie opaker Flächen von Dachgauben) einschließlich darunter liegender Lattungen und Verschalungen - hier wird für die betroffenen Flächen ein U-Wert von 0,24 W/(m²·K) gefordert

und

  • Erneuerung oder Aufbringen von Bekleidungen und Verschalungen oder des Einbaus von Dämmschichten auf der „Kaltseite“ von Wänden und obersten Geschossdecken beheizter Räume zum unbeheizten Dachraum - hier wird für die betroffenen Flächen ein U-Wert von 0,24 W/(m²·K) gefordert,

wenn mehr als 10 % der Dachflächen (einschließlich der opaken Flächen von Dachgauben und der Flächen von Wänden und Decken zu unbeheizten Dachräumen) eines Gebäudes davon betroffen sind. Weitere Voraussetzung bei allen Auslösetatbeständen ist, dass es sich bei diesen Flächen um Außenbauteile beheizter Räume handelt.

Von diesen Vorschriften ausgenommen sind Dachflächen, die nach dem 31. Dezember 1983 errichtet oder – unter Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften – erneuert worden sind. Hier geht der Verordnungsgeber vom Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung 82/84 aus: Bei dem damit anzunehmenden Ausgangsniveau konnte in den Begleituntersuchungen die Wirtschaftlichkeit der Verbesserung auf die in Anlage 3 geforderten U-Werte nicht mehr generell nachgewiesen werden. Das bedeutet aber nicht, dass diese Wirtschaftlichkeit im konkreten Einzelfall verfehlt wird.

Wird bei einer Erneuerung einer Dachfläche ausschließlich von Zwischensparrendämmung Gebrauch gemacht, reicht es ersatzweise auch aus, wenn der Sparrenzwischenraum vollständig mit einem Dämmstoff ausgefüllt wird, der eine Wärmeleitfähigkeit von höchstens λ= 0,035 W/(m²·K) (WLG 035) hat. Wird ein Dämmstoff aus nachwachsenden Rohstoffen gewählt oder die Dämmmaßnahme als Einblasdämmung ausgeführt, ist davon abweichend auch maximal WLG 045 zulässig. Entsprechendes gilt auch, wenn bei den vorgenannten Maßnahmen im Dachbereich die Dämmschichtdicke (z. B. wegen notwendiger Anschlüsse an andere Bauteile) aus technischen Gründen begrenzt ist.

Die Anforderungen gelten auch als erfüllt, wenn nach Änderung der Gebäudehülle die Anforderungen an ein gleichartiges neues Gebäude nach EnEV (Niveau 2014) um nicht mehr als 40% überschritten werden.

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